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Nordeuropäisches Königreich im Osten der skandinavischen Halbinsel, 449 964 km², 9 Mio. Einwohner, Hauptstadt Stockholm, Amtssprache Schwedisch.
Die einsame Wildnis im Norden, die unzähligen Seen in der Mitte des Landes und die Stranddünen im Süden: Schwedens Natur ist einzigartig in ihrer Vielfältigkeit und bietet jede Menge Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen. Wer weniger Lust auf Aktivurlaub hat, der kann in den schönen Städten Schwedens auf Entdeckungstour gehen.
Land und Leute
Schweden gliedert sich in den Ostabfall des skandinavischen Gebirges (im Norden Kebnekajse 2 117 m) mit vorgelagertem Rumpfflächengebiet, in die seenreiche mittelschwedische Senke und in das südschwedische Bergland mit der Halbinsel Schonen. Das Klima ist kontinental, gut die Hälfte des Landes ist bewaldet. Die überwiegend protestantische Bevölkerung ist relativ homogen und siedelt v. a. im Süden und in Mittelschweden.
Wirtschaft
Das hoch entwickelte Industrieland (Hüttenwerke, Holz-, Papier-, Glas-, chemisch, Lederfabriken, Fahrzeug-, Maschinen- und Schiffbau) verfügt über Lager hochwertiger Eisenerze im Norden und weitere Bodenschätze (u. a. Gold, Silber, Blei, Zink, Wolfram); die Landwirtschaft ist hoch mechanisiert (u. a. Kartoffeln, Zuckerrüben; Viehzucht, im Norden Rentiere und Pelztierzucht; Fischfang).
Geschichte
Um 1000 kam es durch Olaf III. zum Zusammenschluss des südlichen Mittel- und Ostschwedens und der Ostseeinseln (v. a. Bornholm und Gotland) zu einem Staatsverband und zur allmählichen Christianisierung (unter Erich IX., dem Heiligen, im 12. Jh. abgeschlossen). Unter der Dynastie der Folkunger gelang 1250 bis 1365 zunächst eine Festigung der königlichen Macht und die Eroberung Finnlands, später gewann wieder der Adel an Boden.
Durch die Kalmarer Union (1397) wurde Schweden mit Norwegen und Dänemark vereinigt, doch wurde es nach zahlreichen Aufständen 1523 unter Gustav I. Wasa wieder selbstständiger Staat und führte die Reformation ein. Unter Gustav II. Adolf stieg Schweden zur Großmacht auf, sank aber nach dem unglücklichen Nordischen Krieg im 18. Jh. wieder zu einer Randmacht herab. 1810 wurde die Dynastie der Wasa durch Wahl des französischen Marschalls Bernadotte zum Kronprinzen (1818 König Karl XIV. Johann) abgelöst.
1814–1905 mit Norwegen vereinigt, entwickelte sich Schweden zur parlamentarischen Monarchie, die von der Neutralität in den beiden Weltkriegen profitierte. Nach 1945 baute die jahrzehntelang regierende Sozialdemokratie Schweden zu einem vorbildlichen Wohlfahrtsstaat aus, der aber anfällig blieb für ökonomische Krisenlagen. Im 2. Weltkrieg wurde Schweden zudem zu einem unschätzbaren Zufluchtsort für Verfolgte des nationalsozialistisch beherrschten Europas. Relativ ungeschwächt konnte Schweden nach 1945 an den Aufbau eines international vorbildlichen Sozialstaats gehen, den die Sozialdemokraten in jahrzehntelanger Regierungszeit schufen (1946–69 T. Erlander, 1969–76 und 1982–86 O. Palme, 1986–91 I. Carlsson). Ihnen kam der allgemeine Aufschwung Europas, die Zusammenarbeit in der EFTA (seit 1960) und die skandinavische Kooperation im Nordischen Rat (seit 1950) zugute.
Bei sich verschlechternder weltwirtschaftlicher Lage in den 1980er Jahren zeigte aber auch das schwedische Modell, das unternehmerische Initiative und Innovationen gebremst hatte, Risse. Eine bürgerliche Koalition löste 1991 (vorübergehend) die sozialdemokratische Regierung ab. Der Beitritt zur Europäischen Union erfolgte 1994; 2003 fand ein Referendum gegen die Einführung des Euro statt. Die Regierung gab im Februar 2002 die Abkehr von der politischen und militärischen Neutralität bekannt.